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32 min

Was die Midea PortaSplit wirklich verbraucht

Fabian Golle
30. Juli 2026
Was die Midea PortaSplit wirklich verbraucht

61 Tage, 656.505 Messpunkte, eine Midea PortaSplit mit 12.000 BTU im Schlafzimmer. Die Frage klang simpel: Verbraucht die mobile Split-Klimaanlage mehr Strom, wenn ich sie auf 16 statt 19 Grad stelle? Die Antwort war es nicht – und die naheliegendste Auswertung führt in die Irre.

TL;DR – die sieben Zahlen

  • 258,5 kWh in 61 Tagen = 91,29 €. Die Anlage lief dabei nur an 27 Tagen; ein aktiver Tag kostet im Schnitt 3,38 €.
  • 1 Grad tieferer Sollwert ≈ 45 Watt mehr. Die naive Auswertung behauptet 161 Watt – das ist um Faktor 3,8 überschätzt, weil an heißen Tagen alles gleichzeitig passiert.
  • 16 °C statt 19 °C kostet an heißen Tagen nichts extra. Die PortaSplit läuft dann längst am Anschlag und erreicht 16 °C in 61 Tagen kein einziges Mal – es wird davon also nur nicht kälter.
  • Die Lüfterstufe ist der größere Hebel: 80 Watt je Stufe. Aber nur 25 Watt davon gehen in den Lüftermotor, der Rest kauft echte Kühlleistung.
  • 1 Grad Außentemperatur ≈ 25 Watt. Von 26 auf 34 °C draußen sind das über 350 Watt – mehr, als man an der Fernbedienung überhaupt einstellen kann.
  • Eine durchgekühlte Nacht kostet 0,70 € (22 °C) bis 1,54 € (19 °C).
  • Standby ist irrelevant: 0,35 kWh in zwei Monaten. Also 12 Cent. Stecker ziehen lohnt nicht.

Das Gerät

Midea PortaSplit – mobile Split-Klimaanlage ohne Abluftschlauch, angebunden über die Integration midea_ac_lan in Home Assistant. Herstellerangaben laut offiziellem Datenblatt.

Kühlleistung
12.000 BTU/h · 3,5 kW
Heizleistung
12.000 BTU/h · 3,5 kW
Effizienzklasse Kühlen
A++ · SEER 6,1
Effizienzklasse Heizen
A+ · SCOP 4,0
Raumgröße bis
42 m² · 105 m³
Luftstrom Hi/Mi/Lo
420/390/350 m³/h
Geräusch Hi bis Silent
49 – 39 dB(A)
Außentemperatur Kühlen
0 – 45 °C

Die Anlage steht in einem Schlafzimmer, das deutlich kleiner ist als die angegebenen 42 m². Trotzdem stößt sie – wie sich zeigen wird – an heißen Tagen an ihre Grenze. Die hier gemessene Leistungsaufnahme deckelt bei rund 1.100 Watt im Dauerbetrieb (Spitze 1.371 W); genau das erwartet man bei 3,5 kW Kälteleistung und einem Volllast-EER um 3,2. Die Messung passt also zum Datenblatt.

Kapitel 1

Die Rechnung

Fangen wir mit dem an, was der PortaSplit-Stromverbrauch am Ende auf der Stromrechnung ausmacht.
258,5kWhVerbrauch in 61 Tagen
91,29bei 0,3531 €/kWh
449hKompressor-Laufzeit
576WMittel im Kühlbetrieb
1.371Wgemessene Spitze
0,35kWhStandby, 61 Tage gesamt

Knapp 260 Kilowattstunden in zwei Monaten. Das sind rund 91 Euro für ein einziges Gerät in einem einzigen Raum. Und die Anlage lief dabei nicht einmal durchgehend: nur an 27 von 61 Tagen. Auf einen aktiven Tag entfallen im Schnitt 9,58 kWh oder 3,38 € – ein Tag Klimaanlage kostet also ungefähr so viel wie ein Mittagessen.

Eine Zahl ist bemerkenswert unauffällig: der Standby. Über 61 Tage hinweg hat die Anlage im ausgeschalteten Zustand 0,35 kWh gezogen – umgerechnet 12 Cent. Wer bei Klimageräten den Stecker zieht, um Standby zu sparen, optimiert an der dritten Nachkommastelle. Alles, was zählt, passiert in den 449 Betriebsstunden.

Zur Einordnung

Der Zwischenstecker zählt seit Inbetriebnahme 512 kWh. Saison 2025: 235,7 kWh. Saison 2026 bis Ende Juli: 276,5 kWh – und der August fehlt noch, im Vorjahr der teuerste Monat.

Fazit
Zwei Monate Klimaanlage kosten 91 Euro – der Standby davon 12 Cent.
Kapitel 2

Der Sommer in einer Kurve

Verbrauch und Wetter, Tag für Tag. Zwei Größen, zwei Diagramme – bewusst nicht übereinandergelegt.

Täglicher Stromverbrauch

Kilowattstunden pro Kalendertag, 31.05.–30.07.2026

05101520kWh/Tag31.05.07.06.14.06.21.06.28.06.05.07.12.07.19.07.26.07.
Zahlen zum Diagramm
DatumkWhKostenKühlstundenAußen Ø
31.05.0,520,18 €3,6 h20,9 °C
01.06.0,110,04 €0,5 h20,8 °C
02.06.0,000,00 €0,0 h18,7 °C
03.06.0,000,00 €0,0 h16,3 °C
04.06.0,000,00 €0,0 h16,9 °C
05.06.0,000,00 €0,0 h15,9 °C
06.06.0,000,00 €0,0 h18,0 °C
07.06.0,000,00 €0,0 h18,6 °C
08.06.0,000,00 €0,0 h19,2 °C
09.06.0,000,00 €0,0 h17,5 °C
10.06.0,000,00 €0,0 h14,9 °C
11.06.0,000,00 €0,0 h14,7 °C
12.06.0,000,00 €0,0 h15,7 °C
13.06.0,000,00 €0,0 h19,8 °C
14.06.0,000,00 €0,0 h16,3 °C
15.06.0,000,00 €0,0 h15,5 °C
16.06.0,000,00 €0,0 h18,8 °C
17.06.0,000,00 €0,0 h23,6 °C
18.06.12,044,25 €13,5 h27,1 °C
19.06.15,355,42 €23,9 h29,0 °C
20.06.14,725,20 €24,0 h29,1 °C
21.06.14,385,08 €24,0 h28,5 °C
22.06.16,035,66 €23,9 h28,6 °C
23.06.16,185,71 €24,0 h27,9 °C
24.06.16,825,94 €24,0 h29,7 °C
25.06.19,076,73 €24,0 h31,3 °C
26.06.3,271,15 €8,6 h32,6 °C
27.06.0,000,00 €0,0 h34,2 °C
28.06.0,000,00 €0,0 h32,3 °C
29.06.0,000,00 €0,0 h25,1 °C
30.06.0,000,00 €0,0 h25,3 °C
01.07.0,000,00 €0,0 h23,2 °C
02.07.0,000,00 €0,0 h23,0 °C
03.07.0,000,00 €0,0 h21,2 °C
04.07.0,000,00 €0,0 h22,7 °C
05.07.0,000,00 €0,0 h22,3 °C
06.07.0,800,28 €2,2 h23,5 °C
07.07.0,920,33 €3,0 h25,3 °C
08.07.0,000,00 €0,0 h22,2 °C
09.07.1,920,68 €2,5 h22,8 °C
10.07.8,603,03 €10,2 h24,0 °C
11.07.9,763,45 €11,0 h25,6 °C
12.07.9,263,27 €13,1 h26,3 °C
13.07.13,034,60 €24,0 h27,5 °C
14.07.12,994,59 €24,0 h26,7 °C
15.07.11,384,02 €24,0 h24,9 °C
16.07.12,254,33 €23,9 h26,2 °C
17.07.8,863,13 €17,6 h23,6 °C
18.07.0,000,00 €0,0 h22,2 °C
19.07.0,000,00 €0,0 h19,3 °C
20.07.0,000,00 €0,0 h17,8 °C
21.07.0,000,00 €0,0 h20,3 °C
22.07.0,000,00 €0,0 h19,1 °C
23.07.0,000,00 €0,0 h19,1 °C
24.07.0,000,00 €0,0 h21,1 °C
25.07.0,000,00 €0,0 h24,3 °C
26.07.8,352,95 €21,5 h23,5 °C
27.07.3,961,40 €15,9 h21,2 °C
28.07.7,912,79 €20,6 h22,9 °C
29.07.10,663,76 €23,1 h27,8 °C
30.07.9,443,33 €18,0 h28,8 °C
Lesehilfe: Die Lücke vom 18. bis 25. Juli sind acht Tage, an denen die Anlage komplett aus war – Urlaub. Der Spitzentag ist der 25. Juni mit 19,07 kWh (6,73 €) bei 24 Stunden Dauerbetrieb und 37,4 °C Außentemperatur.

Außentemperatur im gleichen Zeitraum

Tagesmittel und Tagesmaximum, lokale Wetterstation

0153045°C31.05.07.06.14.06.21.06.28.06.05.07.12.07.19.07.26.07.TagesmaximumTagesmittel
Zahlen zum Diagramm
DatumTagesmittelTagesmaximumTagesminimum
31.05.20,9 °C25,5 °C17,2 °C
01.06.20,8 °C26,1 °C16,1 °C
02.06.18,7 °C26,7 °C14,5 °C
03.06.16,3 °C21,0 °C12,3 °C
04.06.16,9 °C19,6 °C12,9 °C
05.06.15,9 °C22,0 °C11,7 °C
06.06.18,0 °C25,4 °C11,3 °C
07.06.18,6 °C23,5 °C14,1 °C
08.06.19,2 °C25,6 °C12,5 °C
09.06.17,5 °C21,3 °C14,1 °C
10.06.14,9 °C19,7 °C11,8 °C
11.06.14,7 °C19,2 °C10,6 °C
12.06.15,7 °C20,6 °C11,8 °C
13.06.19,8 °C25,2 °C14,7 °C
14.06.16,3 °C20,8 °C13,0 °C
15.06.15,5 °C21,1 °C11,4 °C
16.06.18,8 °C26,9 °C12,2 °C
17.06.23,6 °C30,1 °C17,1 °C
18.06.27,1 °C34,9 °C19,0 °C
19.06.29,0 °C37,6 °C21,3 °C
20.06.29,1 °C37,0 °C21,6 °C
21.06.28,5 °C37,1 °C23,3 °C
22.06.28,6 °C35,7 °C22,5 °C
23.06.27,9 °C33,2 °C22,3 °C
24.06.29,7 °C36,4 °C22,8 °C
25.06.31,3 °C37,4 °C24,9 °C
26.06.32,6 °C40,1 °C25,2 °C
27.06.34,2 °C41,2 °C26,1 °C
28.06.32,3 °C38,2 °C27,2 °C
29.06.25,1 °C29,2 °C21,2 °C
30.06.25,3 °C31,2 °C20,2 °C
01.07.23,2 °C28,6 °C18,3 °C
02.07.23,0 °C29,7 °C17,2 °C
03.07.21,2 °C26,4 °C16,0 °C
04.07.22,7 °C29,0 °C15,7 °C
05.07.22,3 °C25,6 °C19,0 °C
06.07.23,5 °C29,9 °C18,2 °C
07.07.25,3 °C31,3 °C19,9 °C
08.07.22,2 °C25,3 °C20,3 °C
09.07.22,8 °C29,4 °C17,5 °C
10.07.24,0 °C31,7 °C16,7 °C
11.07.25,6 °C31,9 °C18,8 °C
12.07.26,3 °C32,6 °C19,7 °C
13.07.27,5 °C33,3 °C21,4 °C
14.07.26,7 °C33,7 °C20,8 °C
15.07.24,9 °C30,1 °C19,5 °C
16.07.26,2 °C33,8 °C19,7 °C
17.07.23,6 °C29,2 °C20,6 °C
18.07.22,2 °C28,8 °C18,6 °C
19.07.19,3 °C22,9 °C16,1 °C
20.07.17,8 °C21,8 °C13,7 °C
21.07.20,3 °C26,6 °C14,8 °C
22.07.19,1 °C22,4 °C14,5 °C
23.07.19,1 °C24,2 °C14,4 °C
24.07.21,1 °C28,9 °C12,9 °C
25.07.24,3 °C32,5 °C15,8 °C
26.07.23,5 °C29,9 °C18,1 °C
27.07.21,2 °C25,9 °C17,9 °C
28.07.22,9 °C30,3 °C15,2 °C
29.07.27,8 °C36,8 °C18,1 °C
30.07.28,8 °C39,0 °C20,8 °C
Die beiden Kurven laufen sichtbar parallel zum Verbrauch – aber eben nur sichtbar. Zwei Diagramme mit getrennten Achsen statt einer Doppelachse: Wo genau zwei unterschiedliche Skalen zueinander liegen, ist reine Willkür und erzeugt Korrelationen, die nicht in den Daten stehen.

Der Zusammenhang ist da, aber schwächer als man erwartet: Zwischen Tagesmitteltemperatur und Tagesverbrauch liegt die Korrelation bei r = 0,64. Das Wetter erklärt also nur etwa 41 % der Schwankung im Tagesverbrauch. Der Rest ist Verhalten – wie lange läuft sie, auf welchem Sollwert, mit welcher Lüfterstufe. Genau darum geht es im Rest dieses Berichts.

Fazit
Das Wetter erklärt nur 41 % der Verbrauchsschwankung; der gesamte Rest ist Bedienung.
Kapitel 3

Warum die erste Antwort falsch ist

Die naheliegende Auswertung: alle Minuten nach Sollwert sortieren, Leistung mitteln, fertig. Das Ergebnis ist eindrucksvoll – und um den Faktor vier daneben.

Sortiert man die 26.876 Kühlminuten stumpf nach dem eingestellten Sollwert, ergibt sich ein dramatischer Zusammenhang: jedes Grad weniger kostet 161 Watt. Von 22 °C auf 18 °C wären das über 640 Watt Mehrverbrauch. Eine schöne Schlagzeile.

Nur: An heißen Tagen stellt man die Anlage kälter und dreht den Lüfter auf und draußen sind 34 statt 22 Grad. Alle drei Größen bewegen sich gemeinsam. Die Zahlen zeigen das deutlich – zwischen Außentemperatur und Sollwert liegt eine Korrelation von −0,69, zwischen Sollwert und Lüfterstufe −0,75, zwischen Außentemperatur und Lüfterstufe +0,76. Wer nur eine dieser Größen betrachtet, schreibt ihr die Wirkung der beiden anderen mit zu.

Naive gegen kontrollierte Auswertung

Geschätzter Effekt je Stellgröße auf die Leistungsaufnahme, in Watt

060120180Watt (Betrag)161 W42 WSollwert (je K)164 W78 WLüfterstufe (je Stufe)54 W25 WAußentemperatur (je K)naiv (einzeln betrachtet)kontrolliert (Modell)
Zahlen zum Diagramm
Kontrolliert = multiple lineare Regression über alle drei Größen (n = 26.876, R² = 0,899). Zellenvergleich = empirisch innerhalb gleicher Außentemperatur und Lüfterstufe, ohne Modellannahme.
StellgrößenaivkontrolliertZellenvergleichÜberschätzung
Sollwert (je K)160,6 W41,8 W48,9 W3,8×
Lüfterstufe (je Stufe)164,3 W77,7 W83,2 W2,1×
Außentemperatur (je K)54,0 W25,2 W23,9 W2,1×
Naiv = jede Größe für sich betrachtet. Kontrolliert = alle drei gemeinsam in einem Modell (multiple lineare Regression, n = 26.876, R² = 0,899). Die naive Auswertung überschätzt den Sollwert-Effekt um Faktor 3,8, Lüfter und Außentemperatur jeweils um gut Faktor 2.

Nach der Bereinigung bleiben drei erstaunlich handliche Zahlen übrig. Zur Gegenprobe habe ich sie zusätzlich rein empirisch bestimmt – also innerhalb enger Zellen gleicher Außentemperatur und gleicher Lüfterstufe, ganz ohne Modellannahme. Beide Wege kommen aufs Gleiche:

Die drei Hebel

1 Grad Sollwert tiefer ≈ +45 W. (Modell −41,8 W/K, Zellenvergleich −48,9 W/K)
1 Lüfterstufe höher ≈ +80 W. (Modell +77,7 W, Zellenvergleich +83,2 W)
1 Grad Außentemperatur mehr ≈ +25 W. (Modell +25,2 W/K, Zellenvergleich +23,9 W/K)

Beide Zahlen stehen in denselben Daten. Eine davon ist trotzdem falsch.
Fazit

Wer nur eine Stellgröße isoliert betrachtet, schreibt ihr die Wirkung der anderen zu und überschätzt sie um Faktor 2 bis 4.

Kapitel 4

Der Sollwert

Rund 45 Watt pro Grad – aber nur, solange die Maschine noch Luft nach oben hat.

Die folgende Matrix ist der Kern der ganzen Auswertung: mittlere Leistungsaufnahme, aufgeschlüsselt nach Sollwert und Außentemperatur gleichzeitig. Erst so lassen sich die beiden Effekte trennen. Jede Zelle enthält mindestens eine Stunde Messdaten.

Leistungsaufnahme nach Sollwert und Außentemperatur

Mittelwert in Watt, nur Minuten mit laufendem Kompressor

Außentemperatur (°C, Klassenmitte)Sollwert151821242730333616 °C712 W783 W810 W17 °C769 W830 W872 W18 °C316 W692 W839 W911 W975 W1.065 W19 °C484 W583 W700 W796 W852 W787 W20 °C236 W341 W451 W525 W1.044 W962 W21 °C113 W188 W299 W339 W478 W602 W22 °C120 W162 W251 W306 W
Zahlen zum Diagramm
SollwertAußen (Klassenmitte)LeistungMessminuten
16 °C30 °C712 W60
16 °C33 °C783 W72
16 °C36 °C810 W212
17 °C24 °C769 W161
17 °C27 °C830 W415
17 °C30 °C872 W393
18 °C21 °C316 W142
18 °C24 °C692 W196
18 °C27 °C839 W1.316
18 °C30 °C911 W2.120
18 °C33 °C975 W1.359
18 °C36 °C1.065 W516
19 °C21 °C484 W91
19 °C24 °C583 W861
19 °C27 °C700 W2.148
19 °C30 °C796 W1.605
19 °C33 °C852 W1.047
19 °C36 °C787 W189
20 °C18 °C236 W365
20 °C21 °C341 W657
20 °C24 °C451 W1.618
20 °C27 °C525 W931
20 °C30 °C1.044 W79
20 °C33 °C962 W170
21 °C15 °C113 W163
21 °C18 °C188 W1.632
21 °C21 °C299 W2.372
21 °C24 °C339 W1.751
21 °C27 °C478 W455
21 °C30 °C602 W291
22 °C18 °C120 W319
22 °C21 °C162 W1.406
22 °C24 °C251 W621
22 °C27 °C306 W164
Von links nach rechts wird es draußen heißer, von unten nach oben wird der Sollwert kälter. Beide Richtungen kosten – aber die Zeilen laufen oben zusammen. Leere Zellen sind Kombinationen, die schlicht nie vorkamen: bei 18 °C draußen stellt niemand 16 °C ein.

Innerhalb einer Spalte lässt sich der Sollwert-Effekt sauber ablesen. Bei 24 °C Außentemperatur: 22 °C Sollwert kosten 251 W, 19 °C kosten 583 W. Das sind 332 Watt für drei Grad – gut 110 W pro Grad, deutlich mehr als der Durchschnitt. Bei 27 °C draußen dagegen: von 22 °C (306 W) auf 19 °C (700 W) sind es 131 W pro Grad. Und ganz rechts, bei über 33 °C, passiert etwas Merkwürdiges – dazu gleich mehr.

Was eine Nacht kostet

Abstrakte Watt-Zahlen sind schwer greifbar. Konkreter: Was kostet eine durchgekühlte Nacht von 22 bis 7 Uhr, je nach eingestelltem Sollwert?

Stromkosten pro Nacht nach Sollwert

Median über alle Nächte 22:00–07:00 mit mindestens 4 h Laufzeit

0,00,51,01,52,0€ pro Nacht1,54 €19 °C1,35 €20 °C1,09 €21 °C0,70 €22 °C
Zahlen zum Diagramm
SollwertNächtekWh (Median)Kosten (Median)
19 °C34,361,54 €
20 °C33,821,35 €
21 °C93,101,09 €
22 °C31,970,70 €
Von 22 °C auf 19 °C kostet die Nacht mehr als das Doppelte: 0,70 € gegenüber 1,54 €. Über eine Hitzewelle von zwei Wochen sind das rund 12 € Unterschied. Vorsicht: Die Stichprobe ist klein (3–9 Nächte je Sollwert) und die kälteren Sollwerte fallen naturgemäß auf die wärmeren Nächte – der reine Sollwert-Effekt ist kleiner als der hier gezeigte Gesamtunterschied.

Wo die 258 kWh tatsächlich hingegangen sind

Energieverbrauch nach eingestelltem Sollwert

0,025,050,075,0100,0kWh5,7 kWh16 °C14,2 kWh17 °C86,8 kWh18 °C73,1 kWh19 °C36,0 kWh20 °C33,7 kWh21 °C8,3 kWh22 °C0,4 kWh24 °C
Zahlen zum Diagramm
SollwertLaufzeitEnergieKosten
16 °C7,2 h5,7 kWh2,01 €
17 °C16,9 h14,2 kWh5,02 €
18 °C96,8 h86,8 kWh30,64 €
19 °C99,7 h73,1 kWh25,81 €
20 °C70,3 h36,0 kWh12,70 €
21 °C114,7 h33,7 kWh11,91 €
22 °C43,6 h8,3 kWh2,92 €
23 °C0,1 h0,0 kWh0,01 €
24 °C6,7 h0,4 kWh0,15 €
Fast zwei Drittel des gesamten Sommerverbrauchs entfallen auf die Sollwerte 18 und 19 °C – zusammen 160 kWh oder 56 €. Bei 21 °C lief die Anlage sogar länger (115 h gegenüber 97 h bei 18 °C), verbrauchte dabei aber nur ein gutes Drittel.
Fazit

Jedes Grad tieferer Sollwert kostet rund 45 Watt – aber nur, solange die Anlage überhaupt noch Reserven hat.

Kapitel 5

Die Sättigungsfalle: 16 gegen 19 Grad

Die ursprüngliche Frage lautete: Kostet 16 °C viel mehr als 19 °C? Antwort: An einem heißen Tag kostet es exakt gar nichts mehr. Und das ist die schlechte Nachricht.

Wenn der Sollwert-Effekt konstant wäre, müsste die Steigung „Watt pro Grad Sollwert" überall gleich sein. Ist sie nicht. Trägt man sie gegen die Außentemperatur auf, bricht sie ab einem bestimmten Punkt zusammen:

Der Sollwert-Effekt verschwindet bei Hitze

Mehrverbrauch je Grad tieferem Sollwert, nach Außentemperatur – jeweils innerhalb gleicher Lüfterstufe

0204060Watt pro Grad Sollwert45,6 W18 °C52,4 W20 °C60,3 W22 °C52,5 W24 °C45,4 W26 °C64,0 W28 °C58,6 W30 °C31,0 W32 °C22,1 W34 °C0,0 W36 °C
Zahlen zum Diagramm
Negative Werte bedeuten: tieferer Sollwert kostet mehr. Bei 36 °C dreht das Vorzeichen ins Positive – dort ist kein Effekt mehr messbar.
AußentemperaturWatt je Grad SollwertMessminutenZellen
18 °C−45,6 W/K1.4551
20 °C−52,4 W/K2.1311
22 °C−60,3 W/K3.2351
24 °C−52,5 W/K3.1263
26 °C−45,4 W/K3.4444
28 °C−64,0 W/K3.5605
30 °C−58,6 W/K2.8042
32 °C−31,0 W/K2.2772
34 °C−22,1 W/K1.7762
36 °C3,0 W/K5071
Bis etwa 30 °C draußen kostet jedes Grad tieferer Sollwert zuverlässig 45–65 Watt. Ab 32 °C halbiert sich der Effekt, ab 36 °C ist er nicht mehr messbar. Nicht, weil die Physik aufhört – sondern weil die Anlage schon vorher am Anschlag läuft.

Der Beleg dafür steckt in einer zweiten Größe: Erreicht die Anlage ihren Sollwert überhaupt? Für jede Betriebsminute lässt sich vergleichen, was eingestellt war und was der Raumfühler tatsächlich gemessen hat.

Wie oft der Sollwert tatsächlich erreicht wurde

Anteil der Betriebsminuten, in denen die Raumtemperatur den Sollwert erreicht hat (± 0,5 K)

0,025,050,075,0100,0% der Betriebszeit0,0 %16 °C0,0 %17 °C0,5 %18 °C2,8 %19 °C38,5 %20 °C88,2 %21 °C99,2 %22 °C100,0 %24 °C
Zahlen zum Diagramm
Negativer Abstand heißt: der Raum war kälter als eingestellt.
SollwertLaufzeitZiel erreichtmittlerer Abstandmittlere Leistung
16 °C7,2 h0,0 %7,29 K788 W
17 °C16,9 h0,0 %4,60 K838 W
18 °C96,8 h0,5 %3,72 K897 W
19 °C99,7 h2,8 %2,43 K733 W
20 °C70,3 h38,5 %0,97 K512 W
21 °C114,7 h88,2 %−0,10 K294 W
22 °C43,6 h99,2 %−0,78 K189 W
24 °C6,7 h100,0 %−2,12 K64 W
Bei 21 °C Sollwert wird das Ziel in 88 % der Betriebszeit gehalten, bei 22 °C in 99 %. Bei 19 °C sind es 2,8 %, bei 18 °C noch 0,5 %, bei 16 °C kein einziges Mal. Der mittlere Abstand zum Ziel steht in der Tabelle: Bei 16 °C Sollwert war der Raum im Mittel 7,3 Grad wärmer als eingestellt.

Damit ist klar, was passiert. Unterhalb von etwa 20 °C Sollwert stellt man kein Ziel mehr ein, sondern schaltet die Modulation ab. Der Inverter-Kompressor drosselt nur, wenn er das Ziel erreicht – erreicht er es nie, läuft er dauerhaft mit dem, was die Umgebungsbedingungen gerade zulassen. Der Sollwert ist dann keine Temperaturvorgabe mehr, sondern nur noch ein Schalter mit der Stellung „durchgehend Vollgas".

Der direkte Vergleich macht es endgültig deutlich. Hier alle Minuten mit Lüfterstufe high und mindestens 29 °C Außentemperatur, aufgeschlüsselt nach Sollwert:

16 °C gegen 19 °C – direkter Vergleich

Nur Lüfterstufe „high“, Außentemperatur ≥ 29 °C

02505007501.000Watt784 W16 °C855 W17 °C939 W18 °C779 W19 °C972 W20 °C699 W21 °C
0,05,010,015,020,025,0erreichte Raumtemperatur (°C)23,7 °C16 °C21,7 °C17 °C21,6 °C18 °C21,6 °C19 °C21,1 °C20 °C21,1 °C21 °C
Zahlen zum Diagramm
Nur Minuten mit Lüfterstufe „high" und mindestens 29 °C Außentemperatur.
SollwertMessminutenLeistungAußen ØRaum Ø
16 °C359784 W35,8 °C23,7 °C
17 °C413855 W30,4 °C21,7 °C
18 °C1.526939 W33,0 °C21,6 °C
19 °C2.625779 W32,3 °C21,6 °C
20 °C260972 W33,3 °C21,1 °C
21 °C23699 W31,0 °C21,1 °C
Bei 16 °C Sollwert: 784 W, Raum bleibt bei 23,7 °C. Bei 19 °C Sollwert: 779 W, Raum bei 21,6 °C. Praktisch identische Leistungsaufnahme – aber zwei Grad wärmer im Raum. Die 16-°C-Minuten fielen zwar auf noch heißere Stunden (35,8 statt 32,3 °C draußen), was den Vergleich zugunsten von 16 °C verzerrt; das ändert die Schlussrichtung aber nicht.

Die Antwort auf die Ausgangsfrage

Nein, 16 °C kostet nicht mehr als 19 °C – jedenfalls nicht an heißen Tagen. Es bringt nur auch nichts. Die Anlage läuft in beiden Fällen am Limit, der Raum wird gleich kalt. Der Unterschied entsteht erst am Rand: Wenn es abends abkühlt und die Anlage bei 19 °C langsam heruntermodulieren könnte, verhindert der 16-°C-Sollwert genau das. Man bezahlt nicht für kältere Luft, sondern dafür, dass die Maschine nie zur Ruhe kommt.

An milden Tagen dagegen ist der Effekt voll da – dort kostet jedes Grad seine 45 bis 65 Watt, weil die Anlage dann tatsächlich Spielraum hätte, den man ihr wegnimmt.

Fazit

Unter 20 °C Sollwert stellt man keine Temperatur mehr ein, sondern schaltet nur noch die Modulation ab.

Kapitel 6

Der Lüfter, der keiner ist

Eine Lüfterstufe höher kostet rund 80 Watt. Der Lüftermotor selbst zieht davon knapp 30.

Die Lüfterstufe ist der stärkste einzelne Hebel im PortaSplit-Stromverbrauch – stärker als der Sollwert. Über alle Kühlminuten hinweg: silent 274 W, low 490 W, medium 625 W, high 792 W, full 909 W. Auch nach Bereinigung um Außentemperatur und Sollwert bleiben rund 80 Watt pro Stufe.

Leistungsaufnahme nach Lüfterstufe und Außentemperatur

Mittelwert in Watt, nur Minuten mit laufendem Kompressor

03006009001.200Watt1518212427303336 °Csilentlowmediumhighfull
Zahlen zum Diagramm
LüfterstufeAußen (Klassenmitte)LeistungMessminuten
silent15 °C113 W163
silent18 °C187 W2.347
silent21 °C258 W4.474
silent24 °C324 W3.156
silent27 °C407 W971
low24 °C401 W404
low27 °C570 W357
low30 °C606 W114
medium24 °C554 W494
medium27 °C635 W592
medium30 °C754 W248
high21 °C529 W138
high24 °C669 W992
high27 °C739 W2.423
high30 °C838 W2.172
high33 °C878 W1.604
high36 °C871 W580
full24 °C756 W215
full27 °C866 W1.121
full30 °C881 W2.014
full33 °C986 W1.067
full36 °C1.082 W337
Die Stufen liegen bei jeder Außentemperatur sauber gestaffelt übereinander – der Effekt ist also nicht bloß ein Nebenprodukt heißer Tage. Zwischen silent und full liegen bei gleicher Außentemperatur gut 400 Watt. Die Stufen sind geordnet, deshalb trägt die Helligkeit die Ordnung statt fünf getrennter Farben.

Jetzt der interessante Teil. In den Betriebsminuten, in denen die Anlage lief, der Kompressor aber stand, misst der Zwischenstecker nur den Lüfter und die Elektronik. Und aus der Gerätetelemetrie lässt sich zusätzlich die reine Kompressorleistung abziehen. Beide Wege sagen dasselbe:

Was der Lüftermotor selbst verbraucht

Leistungsaufnahme ohne Kompressor, je Stufe – daneben die Drehzahl des Innengebläses

0,010,020,030,040,0Watt (nur Lüfter und Elektronik)5,9 Wsilent9,9 Wauto19 Wlow35 Whigh
Zahlen zum Diagramm
Zwei unabhängige Wege: Minuten mit stehendem Kompressor am Zwischenstecker, und die aus der Gerätetelemetrie abgezogene Kompressorleistung.
Lüfterstufenur Lüfter (Stecker)Zusatzlast (Telemetrie)DrehzahlMessminuten
silent5,9 W−1,8 W488 U/min149
auto9,9 W23,0 W712 U/min201
low19,0 W27,7 W604 U/min1
high35,0 W29,4 W710 U/min6
Der Lüfter auf silent zieht 6 Watt bei 488 U/min, auf high etwa 30 Watt bei 710 U/min. Zwischen der leisesten und der stärksten Stufe liegen also rund 25 Watt Motorleistung – nicht 400.

Was hier wirklich passiert

Ein höherer Luftdurchsatz führt mehr Wärme an den Verdampfer, hebt dessen Temperatur und gibt dem Inverter damit erst die Möglichkeit, hochzudrehen. Die Lüfterstufe verbraucht nicht selbst 400 Watt – sie gibt den Kompressor frei, 400 Watt mehr zu verbrauchen. Dafür kühlt sie den Raum auch entsprechend schneller herunter.

Das ist eine wichtige Unterscheidung: Anders als beim Sollwert ist der Mehrverbrauch durch den Lüfter nicht per se Verschwendung. Man bekommt mehr Kälte für mehr Strom. Nur wenn der Raum ohnehin schon auf Temperatur ist, wird daraus reine Vergeudung – dann heizt der Lüfter mit seinen 30 Watt sogar noch minimal dagegen.

Wo der Sommerverbrauch nach Lüfterstufe hingegangen ist

Energie und Laufzeit je Stufe über 61 Tage

0,030,060,090,0120,0kWh104,4 kWhhigh72,1 kWhfull50,9 kWhsilent14,6 kWhmedium8,6 kWhauto7,6 kWhlow
Zahlen zum Diagramm
LüfterstufeLaufzeitEnergieKosten
high131,9 h104,4 kWh36,85 €
full79,2 h72,1 kWh25,44 €
silent190,7 h50,9 kWh17,98 €
medium23,4 h14,6 kWh5,16 €
auto15,3 h8,6 kWh3,04 €
low15,5 h7,6 kWh2,68 €
high verbraucht mit Abstand am meisten Energie, silent lief mit 191 Stunden am längsten und liegt trotzdem nur bei 50,9 kWh. Laufzeit und Verbrauch sind zwei verschiedene Dinge.
Fazit

Die Lüfterstufe kostet 80 Watt je Stufe, davon nur 25 im Motor – der Rest ist gekaufte Kühlleistung, keine Verschwendung.

Kapitel 7

Die Außentemperatur

Rund 25 Watt pro Grad – der verlässlichste Zusammenhang im ganzen Datensatz, und der einzige, den man nicht beeinflussen kann.

Leistungsaufnahme über Außentemperatur

Median und 95. Perzentil je 2-Grad-Klasse, nur Kühlbetrieb

03006009001.200Watt16182022242628303234363895. PerzentilMedian
Zahlen zum Diagramm
Außen (Klasse)Median95. PerzentilMaximumMessminuten
16 °C97 W211 W293 W180
18 °C131 W266 W484 W1.585
20 °C264 W320 W644 W2.255
22 °C310 W344 W642 W3.400
24 °C344 W732 W875 W3.614
26 °C579 W893 W1.233 W3.576
28 °C759 W1.005 W1.223 W3.647
30 °C858 W1.030 W1.175 W3.139
32 °C900 W1.069 W1.144 W2.492
34 °C939 W1.117 W1.371 W2.014
36 °C1.064 W1.144 W1.350 W899
38 °C814 W824 W830 W75
Zwischen 16 und 30 °C steigt der Median von 97 auf 858 Watt, stetig und ohne Plateau. Darüber flacht die Kurve ab und läuft gegen eine Decke von etwa 1.100 Watt. Das ist die Leistungsgrenze des Geräts: Ab hier wird es im Raum wärmer, egal was eingestellt ist. Der Ausreißer bei 38 °C beruht auf nur 75 Minuten.

Zwei Perspektiven auf dieselbe Kurve. Erstens: Bei einer Hitzewelle mit 34 °C statt 26 °C steigt die Leistungsaufnahme um über 350 Watt – bei gleichem Sollwert und gleicher Lüfterstufe. Der Wettereffekt ist damit deutlich größer als alles, was man an der Fernbedienung einstellen kann.

Zweitens, und das relativiert es wieder: Die Anlage arbeitet unter Last effizienter, nicht schlechter. Rechnet man die Leistungsaufnahme auf den gehaltenen Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen um, sinkt sie von 187 W je Kelvin bei 1 Grad Unterschied auf 68 W je Kelvin bei 15 Grad Unterschied. Der Grund sind die Fixkosten: Lüfter, Elektronik und die Mindestdrehzahl des Kompressors fallen immer an. Wer eine Klimaanlage bei 22 Grad Außentemperatur laufen lässt, zahlt fast nur Grundgebühr.

Watt je Grad gehaltenem Temperaturunterschied

Leistungsaufnahme geteilt durch die Differenz Außen minus Raum

050100150200W je K Unterschied13579111315
Zahlen zum Diagramm
Unterschied Außen − RaumWatt je KelvinMessminuten
1 K187,3 W/K1.647
2 K130,3 W/K1.717
3 K103,8 W/K2.172
4 K102,4 W/K1.871
5 K104,6 W/K1.908
6 K104,1 W/K1.548
7 K98,0 W/K1.789
8 K92,8 W/K2.023
9 K86,1 W/K1.820
10 K81,5 W/K1.765
11 K76,7 W/K1.131
12 K74,7 W/K1.041
13 K69,1 W/K1.103
14 K65,3 W/K856
15 K67,7 W/K203
Je größer der Unterschied, den die Anlage hält, desto günstiger wird jedes einzelne Grad. Achtung: Das ist ein Hilfsmaß, kein COP – die abgegebene Kälteleistung wurde nicht gemessen.

Draußen schwankt es, drinnen nicht

Mittlere Temperatur nach Tagesstunde – Außenluft gegen Raumtemperatur während des Betriebs

15202530°C0003060912151821AußentemperaturRaumtemperatur
Zahlen zum Diagramm
Stundemittlere LeistungEinschaltdauerAußenRaum
00:00121 W29,2 %21,0 °C20,9 °C
01:0083 W28,8 %20,2 °C21,1 °C
02:0078 W29,3 %19,6 °C21,1 °C
03:0075 W30,0 %18,9 °C20,9 °C
04:0069 W28,0 %18,3 °C20,9 °C
05:0063 W28,1 %17,9 °C20,8 °C
06:0063 W27,4 %18,1 °C20,9 °C
07:0075 W30,4 %19,0 °C21,0 °C
08:0088 W31,6 %20,2 °C21,4 °C
09:00130 W29,9 %21,3 °C21,5 °C
10:00180 W27,8 %22,6 °C21,7 °C
11:00226 W29,2 %23,9 °C22,0 °C
12:00270 W31,1 %25,2 °C22,0 °C
13:00284 W32,8 %26,1 °C21,9 °C
14:00288 W32,8 %26,8 °C21,9 °C
15:00286 W32,7 %27,5 °C21,8 °C
16:00285 W33,7 %27,8 °C21,6 °C
17:00283 W34,4 %27,6 °C21,6 °C
18:00266 W33,6 %27,1 °C21,4 °C
19:00266 W35,3 %26,7 °C21,3 °C
20:00252 W35,5 %25,8 °C21,2 °C
21:00211 W31,9 %24,3 °C21,0 °C
22:00174 W28,2 %23,0 °C20,8 °C
23:00150 W28,7 %22,0 °C20,8 °C
Während die Außentemperatur im Tagesverlauf zwischen 17,9 und 27,8 °C schwankt – knapp 10 Grad Hub – hält die Anlage den Raum in einem Band von 20,8 bis 22,0 °C. Das ist letztlich das Produkt, für das die 91 Euro bezahlt wurden.

Der Tagesgang des Verbrauchs folgt erwartungsgemäß der Sonne: Das Minimum liegt um 5 Uhr morgens bei 63 W Mittelwert, das Maximum zwischen 13 und 17 Uhr bei knapp 290 W. Nachts (22–7 Uhr) läuft die Anlage im Mittel mit 339 W bei Sollwert 20,7 °C und zu 79 % auf silent; tagsüber (11–20 Uhr) mit 831 W bei Sollwert 18,6 °C und nur 2 % silent. Nacht und Tag sind zwei völlig verschiedene Betriebsarten.

Fazit

Unter 24 °C Außentemperatur zahlt man fast nur noch Grundgebühr: Lüften ist dort um Größenordnungen billiger.

Kapitel 8

Blick in die Maschine

Seit dem 28. Juli liefert die PortaSplit über midea_ac_lan zusätzlich ihre interne Telemetrie – Kompressorfrequenz, Verdampfer- und Verflüssigertemperatur. Zwei Tage Daten, die erklären, warum alles bisher Gezeigte so aussieht, wie es aussieht.

Kompressorfrequenz und Leistungsaufnahme

Gemessen am Zwischenstecker, 28.–30.07.2026 (3.182 Minuten)

0200400600800Watt am Zwischenstecker01020304050
Zahlen zum Diagramm
FrequenzSteckerKompressor (intern)DifferenzMessminuten
0 Hz9 W11 W−2 W55
10 Hz105 W107 W−2 W290
15 Hz143 W143 W0 W207
20 Hz220 W221 W−1 W94
25 Hz263 W265 W−2 W309
30 Hz335 W336 W−1 W365
35 Hz523 W502 W21 W76
40 Hz586 W558 W28 W171
45 Hz657 W628 W29 W1.013
50 Hz750 W719 W31 W599
Der Zusammenhang ist weitgehend linear: 17,2 Watt je Hertz (Ausgleichsgerade über 10–50 Hz, R² = 0,98). Bei 10 Hz zieht die Anlage 105 W, bei 50 Hz 750 W. Die sichtbare Stufe zwischen 30 und 35 Hz ist kein Messfehler, sondern der Punkt, an dem das Innengebläse von 495 auf 710 U/min hochschaltet. Alles, was Sollwert, Lüfterstufe und Wetter bewirken, wirkt ausschließlich über diese eine Größe.

Das ist der eigentliche Mechanismus hinter allem. Es gibt keinen „Sollwert-Verbrauch" und keinen „Lüfter-Verbrauch" – es gibt nur eine Kompressordrehzahl, die die Regelung aus allen Eingangsgrößen ableitet. Und eine Nebenrechnung bestätigt die Messkette: Die geräteinterne Kompressorleistung liegt im Mittel bei 468 W, der Zwischenstecker misst 485 W. Die Differenz von 17 W ist genau das, was Lüfter und Elektronik ziehen.

Verdampfer und Verflüssiger

Kältemitteltemperaturen über der Kompressorfrequenz

01020304050°C01020304050Verflüssiger (außen)Verdampfer (im Raum)
Zahlen zum Diagramm
FrequenzVerdampferVerflüssigerSpreizungGebläse
0 Hz17,0 °C16,7 °C−0,3 K335 U/min
10 Hz11,6 °C24,2 °C12,6 K495 U/min
15 Hz10,7 °C27,5 °C16,8 K495 U/min
20 Hz6,9 °C30,0 °C23,1 K493 U/min
25 Hz5,3 °C29,3 °C24,0 K495 U/min
30 Hz4,9 °C32,3 °C27,4 K497 U/min
35 Hz5,9 °C36,8 °C30,9 K698 U/min
40 Hz4,5 °C37,0 °C32,5 K632 U/min
45 Hz5,0 °C39,9 °C34,9 K710 U/min
50 Hz4,6 °C42,9 °C38,3 K710 U/min
Mit steigender Drehzahl spreizt sich der Kreislauf auf: Der Verdampfer im Raum fällt von 17 auf 4,6 °C, der Verflüssiger draußen steigt von 17 auf 43 °C. Diese Spreizung ist die Arbeit, die der Kompressor leistet – und der Grund, warum die Leistungsaufnahme mit der Frequenz mitwächst.

Nebenbefund aus der Telemetrie: Der Außenfühler der Anlage korreliert mit der Wetterstation zu r = 0,967, liest aber systematisch 2,0 Grad zu warm – klassische Wärmestrahlung vom eigenen Verflüssiger. Für die Auswertung wurde deshalb durchgehend die unabhängige Wetterstation verwendet.

Fazit

Sollwert, Lüfterstufe und Wetter wirken alle über genau eine einzige Größe – die Kompressorfrequenz.

Kapitel 9

Ein Tag im Detail

Der 25. Juni 2026, teuerster Tag des Sommers für die PortaSplit: 19,07 kWh, 6,73 €, 24 Stunden Dauerbetrieb, 37,4 °C in der Spitze.

25. Juni 2026 – Leistungsaufnahme im Tagesverlauf

10-Minuten-Mittel, Zwischenstecker

03507001.0501.400Watt0003060912151821
Zahlen zum Diagramm
Halbstunden-Raster des 10-Minuten-Mittels; das Diagramm zeigt alle 144 Punkte.
UhrzeitLeistungLüfterstufe
00:00752 Wfull
00:30747 Wfull
01:00368 Wsilent
01:30358 Wsilent
02:00355 Wsilent
02:30354 Wsilent
03:00352 Wsilent
03:30348 Wsilent
04:00349 Wsilent
04:30348 Wsilent
05:00341 Wsilent
05:30338 Wsilent
06:00339 Wsilent
06:30338 Wsilent
07:00352 Wsilent
07:30358 Wsilent
08:00370 Wsilent
08:30375 Wsilent
09:00387 Wsilent
09:301.002 Wfull
10:001.052 Wfull
10:301.055 Wfull
11:001.128 Wfull
11:301.097 Wfull
12:001.132 Wfull
12:301.114 Wfull
13:001.159 Wfull
13:301.050 Wfull
14:001.134 Wfull
14:301.117 Wfull
15:001.114 Wfull
15:301.100 Wfull
16:001.128 Wfull
16:301.079 Wfull
17:001.091 Wfull
17:301.082 Wfull
18:001.083 Wfull
18:301.080 Wfull
19:001.083 Wfull
19:301.072 Wfull
20:001.060 Wfull
20:301.046 Wfull
21:001.043 Wfull
21:301.007 Wfull
22:00993 Wfull
22:30864 Wfull
23:00865 Wfull
23:30850 Wfull
Ab etwa 9 Uhr steigt die Leistungsaufnahme mit der Sonne und bleibt den ganzen Nachmittag über der 900-Watt-Marke. Ein Herunterregeln findet praktisch nicht statt – die Anlage hat an diesem Tag nie ihren Sollwert erreicht.

25. Juni 2026 – Temperaturen im Tagesverlauf

Außenluft, Raumtemperatur und eingestellter Sollwert

152025303540°C0003060912151821AußenRaumSollwert
Zahlen zum Diagramm
Halbstunden-Raster des 10-Minuten-Mittels; das Diagramm zeigt alle 144 Punkte.
UhrzeitAußenRaumSollwertAbstand Raum − Soll
00:0028,8 °C20,5 °C18,0 °C2,5 K
00:3028,2 °C20,5 °C18,0 °C2,5 K
01:0027,8 °C21,0 °C20,0 °C1,0 K
01:3027,4 °C21,5 °C20,0 °C1,5 K
02:0027,2 °C21,5 °C20,0 °C1,5 K
02:3027,1 °C22,0 °C20,0 °C2,0 K
03:0026,6 °C21,5 °C20,0 °C1,5 K
03:3026,1 °C21,5 °C20,0 °C1,5 K
04:0026,0 °C21,5 °C20,0 °C1,5 K
04:3025,6 °C21,5 °C20,0 °C1,5 K
05:0025,5 °C22,0 °C20,0 °C2,0 K
05:3025,1 °C21,5 °C20,0 °C1,5 K
06:0025,0 °C21,5 °C20,0 °C1,5 K
06:3025,0 °C22,0 °C20,0 °C2,0 K
07:0026,2 °C22,0 °C20,0 °C2,0 K
07:3026,6 °C22,0 °C20,0 °C2,0 K
08:0027,7 °C23,0 °C20,0 °C3,0 K
08:3027,6 °C24,0 °C20,0 °C4,0 K
09:0028,7 °C24,5 °C20,0 °C4,5 K
09:3029,7 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
10:0030,4 °C23,5 °C18,0 °C5,5 K
10:3031,4 °C22,5 °C18,0 °C4,5 K
11:0033,5 °C22,5 °C18,0 °C4,5 K
11:3033,1 °C22,5 °C18,0 °C4,5 K
12:0033,0 °C22,5 °C18,0 °C4,5 K
12:3034,7 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
13:0035,6 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
13:3035,7 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
14:0035,9 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
14:3036,3 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
15:0035,5 °C22,5 °C18,0 °C4,5 K
15:3035,4 °C22,5 °C18,0 °C4,5 K
16:0036,6 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
16:3036,7 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
17:0036,7 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
17:3036,8 °C23,5 °C18,0 °C5,5 K
18:0036,6 °C23,5 °C18,0 °C5,5 K
18:3036,4 °C23,5 °C18,0 °C5,5 K
19:0036,4 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
19:3036,6 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
20:0035,6 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
20:3034,5 °C23,0 °C18,0 °C5,0 K
21:0033,5 °C22,5 °C18,0 °C4,5 K
21:3032,2 °C22,5 °C18,0 °C4,5 K
22:0031,2 °C22,5 °C18,0 °C4,5 K
22:3030,5 °C22,0 °C18,0 °C4,0 K
23:0030,2 °C22,0 °C18,0 °C4,0 K
23:3029,8 °C22,0 °C18,0 °C4,0 K
Der Abstand zwischen der Sollwert-Linie und der Raumtemperatur-Linie ist die ganze Geschichte dieses Tages: Trotz Volllast über 24 Stunden bleibt der Raum durchgehend mehrere Grad über dem, was eingestellt war. Bei 37 Grad draußen ist eine Anlage dieser Größe schlicht am Ende.
Fazit

Am teuersten Tag lief die PortaSplit 24 Stunden durch und erreichte ihren Sollwert trotzdem kein einziges Mal.

Kapitel 10

Was hätte gespart

Aus dem Modell lässt sich rückrechnen, was der Sommer bei anderen Einstellungen gekostet hätte – bei exakt gleichem Wetter und exakt gleicher Laufzeit.

Zur Absicherung: Das Modell reproduziert den tatsächlich gemessenen Verbrauch der ausgewerteten Kühlminuten auf 0,4 % genau (250,6 gegenüber 249,5 kWh). Was es nicht abbildet, ist die Rückkopplung auf die Laufzeit – dazu unten mehr.

Rückrechnung: alternative Einstellungen

Veränderung gegenüber dem tatsächlichen Verbrauch, gleiche Laufzeit und gleiches Wetter

-40-2002040Veränderung in kWhSollwert +2 K-35,3 kWhSollwert +1 K, Lüfter −1 Stufe-36,6 kWhLüfter −1 Stufe-18,4 kWhSollwert +1 K-17,2 kWhSollwert −1 K+19,3 kWhLüfter +1 Stufe+28,8 kWh
Zahlen zum Diagramm
Basis: gemessen 249,5 kWh, Modell 250,6 kWh (Abweichung 0,4 %). Laufzeit und Wetter bleiben in allen Szenarien unverändert.
Szenariomodellierte kWhΔ kWhΔ Kosten
Sollwert +1 K232,3−17,2−6,08 €
Sollwert +2 K214,2−35,3−12,48 €
Sollwert −1 K268,8+19,3+6,80 €
Lüfter −1 Stufe231,1−18,4−6,49 €
Lüfter +1 Stufe278,3+28,8+10,15 €
Sollwert +1 K, Lüfter −1 Stufe212,9−36,6−12,93 €
Ein Grad wärmer über den ganzen Sommer hätte 17,2 kWh oder 6,08 € gespart – knapp 7 %. Eine Lüfterstufe niedriger ähnlich viel. Beides kombiniert: 36,6 kWh, 12,93 €, rund 15 % des Gesamtverbrauchs.

Wo diese Rechnung an ihre Grenze kommt

Die Rückrechnung hält die Laufzeit konstant. In der Realität ist genau das nicht der Fall: Eine niedrigere Lüfterstufe kühlt langsamer, die Anlage müsste also länger laufen – ein Teil der 6,49 € wäre in Wirklichkeit nur verschoben. Beim Sollwert ist es umgekehrt: Ein wärmerer Sollwert wird häufiger tatsächlich erreicht, die Anlage moduliert herunter oder schaltet ab. Der reale Effekt dürfte dort größer ausfallen als die 6,08 €. Die Nachtkosten aus Kapitel 4 – wo 22 °C halb so viel kosten wie 19 °C – deuten genau darauf hin.

Fazit

Ein Grad wärmer über den ganzen Sommer spart 6 Euro – ein einziger Tag weniger Dauerbetrieb fast 7.

Kapitel 11

Die Regeln: PortaSplit sparsam bedienen

Was 61 Tage Messdaten an der PortaSplit für den Alltag hergeben – übertragbar auf jede Inverter-Splitanlage.

  1. Unter 20 °C Sollwert wird es sinnlos. Ab dort erreicht die Anlage ihr Ziel praktisch nie mehr; der Sollwert hört auf, eine Temperatur zu sein, und wird zum Dauerbetriebsschalter. 19 °C statt 16 °C kostet an heißen Tagen nichts extra – bringt aber an milden Tagen und in den Abendstunden die Modulation zurück.
  2. 21 °C ist der Kipppunkt. Erst dort wird der Sollwert in 88 % der Betriebszeit tatsächlich gehalten. Das ist die Grenze zwischen „die Anlage regelt" und „die Anlage rennt".
  3. Ein Grad wärmer ist rund 45 Watt oder 7 % im Sommer. Kein spektakulärer Hebel, aber ein völlig schmerzfreier.
  4. Die Lüfterstufe ist der größere Hebel – aber kein reiner Verlust. 80 Watt pro Stufe, davon nur 25 im Motor selbst. Der Rest kauft echte Kühlleistung. Hoch fahren zum Herunterkühlen, zurück auf silent zum Halten.
  5. Nicht laufen lassen, wenn es draußen unter 24 °C hat. Dort dominieren die Fixkosten: 187 Watt je Kelvin gehaltenem Unterschied gegenüber 68 Watt bei großem Unterschied. Lüften ist in dem Bereich um Größenordnungen billiger.
  6. Standby ignorieren. 0,35 kWh in zwei Monaten. Wer hier den Stecker zieht, spart 12 Cent und riskiert, dass die Automatisierung nicht mehr greift.
  7. Der größte Hebel steht nicht auf der Fernbedienung. Acht Tage komplett aus haben null Kilowattstunden gekostet. Zwei Grad Sollwert über den ganzen Sommer hätten 12,48 € gespart – ein einziger Tag Dauerbetrieb weniger spart 6,73 €.
Kapitel 12

Methodik & Grenzen

Datenbasis

Ausgewertet wurde der komplette Roh-Verlauf aus dem Home-Assistant-Recorder für den Zeitraum 31.05.–30.07.2026 – so weit zurück, wie die Rohdaten dort vorgehalten werden. Das sind 107.843 Zustandsänderungen der Klima-Entität mit jeweils rund 60 Attributen sowie 548.662 Sensorwerte von Zwischenstecker, Wetterstation und Raumthermometer. Alles wurde auf ein gemeinsames Minutenraster von 87.228 Minuten gelegt (letzter bekannter Wert je Kanal fortgeschrieben).

  • Leistung und Energie stammen vom Zigbee-Zwischenstecker vor der Anlage – nicht aus der Geräteangabe.
  • Außentemperatur von einer lokalen Wetterstation, nicht vom Fühler der Anlage (der liest 2,0 K zu warm).
  • Sollwert, Lüfterstufe, Betriebsart, Raumtemperatur aus der Geräte-Telemetrie.
  • Kühlminute = Anlage online, Betriebsart cool, Leistungsaufnahme ≥ 60 W. Damit fallen Minuten heraus, in denen die Anlage nur mit stehendem Kompressor lief.
  • Offline-Zeiten wurden verworfen und nicht als Betrieb fortgeschrieben – der Fühler der Anlage meldet sich ab, wenn sie aus ist.

Gegenprüfungen

  • Der aus den Minutenwerten integrierte Verbrauch (258,5 kWh) stimmt mit den monatlichen Langzeitstatistiken (128,0 + 130,1 kWh) überein.
  • Die geräteinterne Kompressorleistung (468 W) und die Messung am Stecker (485 W) weichen um 17 W ab – exakt der separat gemessene Lüfter-Eigenverbrauch.
  • Die gemessene Leistungsdecke von rund 1.100 W passt zu 3,5 kW Kälteleistung laut Datenblatt bei einem Volllast-EER um 3,2.
  • Jeder Effekt wurde auf zwei unabhängigen Wegen bestimmt: einmal per multipler Regression, einmal per Vergleich innerhalb enger Zellen gleicher Bedingungen. Die Ergebnisse liegen um weniger als 15 % auseinander.

Was diese Auswertung nicht kann

  • Keine echte Effizienzmessung. Die abgegebene Kälteleistung wurde nicht gemessen, nur die aufgenommene elektrische Leistung. Aussagen über den Wirkungsgrad (EER/SEER) sind daher nicht möglich; „Watt je Kelvin Hub" ist ein Hilfsmaß, kein COP.
  • Beobachtungsdaten, kein Experiment. Niemand hat Sollwerte zufällig zugeteilt. Trotz Kontrolle für Außentemperatur und Lüfterstufe können weitere Größen mitspielen – Sonneneinstrahlung durch das Fenster, offene Türen, Personen im Raum.
  • Ein Gerät, eine Wohnung, ein Sommer. Die absoluten Wattzahlen gelten für die Midea PortaSplit mit 12.000 BTU in diesem Raum. Die Mechanismen – Sättigung unterhalb des erreichbaren Sollwerts, Lüfterstufe als Freigabe für den Kompressor, Fixkostendominanz bei geringer Last – sind dagegen bei jeder Inverter-Splitanlage zu erwarten.
  • Die interne Telemetrie umfasst nur zwei Tage. Kompressorfrequenz und Kältemitteltemperaturen stehen erst seit dem 28.07. zur Verfügung. Kapitel 8 stützt sich auf 3.182 Minuten, nicht auf den ganzen Sommer.
  • Kleine Stichproben an den Rändern. Sollwert 16 °C umfasst nur 7,2 Betriebsstunden, die 38-Grad-Klasse nur 75 Minuten. Diese Werte sind als Hinweis zu lesen, nicht als Messung.

Datenstand: 30. Juli 2026. Zeitraum 31.05.–30.07.2026 (61 Tage). Alle Kosten zu 0,3531 €/kWh. Gerät: Midea PortaSplit, 12.000 BTU / 3,5 kW. Unter jedem Diagramm lassen sich die zugrunde liegenden Zahlen aufklappen. Sämtliche Messwerte stammen aus eigener Messung; Herstellerangaben sind als solche gekennzeichnet und ausschließlich im Abschnitt „Das Gerät" verwendet.

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